Deutsche Post DHL Geschäftsbericht 2013

Geschäftsbericht 2013

Risiken

Auszug aus dem Konzerngeschäftsbericht 2013 der Deutsche Post AG

Risiken aufgrund politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen

Umfeldrisiken entstehen vor allem dadurch, dass der Konzern einen Teil seiner Dienstleistungen in einem regulierten Markt erbringt. Viele Postdienstleistungen der Deutsche Post AG und ihrer Tochtergesellschaften unterliegen der sektorspezifischen Regulierung nach dem Postgesetz durch die Bundesnetzagentur. Sie genehmigt oder überprüft Entgelte, gestaltet Bedingungen des Zugangs zu Teilleistungen und übt die besondere Missbrauchsaufsicht aus.

Die Bundesnetzagentur hat am 14. November 2013 die Rahmenbedingungen festgelegt, unter denen die entgeltgenehmigungspflichtigen Briefentgelte von Januar 2014 bis Dezember 2018 im Price-Cap-Verfahren reguliert werden. Danach ist für die genehmigungspflichtigen Briefpreise im Wesentlichen die gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate abzüglich der von der Regulierungsbehörde vorgegebenen Produktivitätsfortschrittsrate (X-Faktor) in Höhe von 0,2 % pro Jahr maßgeblich. Preissenkungen wären erforderlich, sofern die Inflationsrate im Referenzzeitraum unter der vorgegebenen Produktivitätsfortschrittsrate liegt. Preiserhöhungen sind möglich, wenn die Inflationsrate im Referenzzeitraum über der vorgegebenen Produktivitätsfortschrittsrate liegt. Die Bundesnetzagentur hat am 2. Dezember 2013 die erhöhten Entgelte genehmigt, die im Jahr 2014 für die im Price-Cap-Verfahren regulierten Produkte erhoben werden, sodass insoweit kein Risiko mehr besteht.

Die Bundesnetzagentur hat am 8. Juni 2013 ein Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Post InHaus Services GmbH wegen diskriminierender Zugangsbedingungen für Sortier- und Konsolidierungsleistungen eröffnet, dem eine Beschwerde eines Wettbewerbers der Gesellschaft zugrunde liegt. Der Beschwerdeführer erhebt insbesondere den Vorwurf, die Gesellschaft würde anderen Anbietern von Postdienstleistungen bessere Einlieferungsbedingungen anbieten als ihm. Die Gesellschaft hat die Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Die Ermittlungen der Bundesnetzagentur dauern an. Sollte die Behörde wider Erwarten einen Missbrauch feststellen, muss die Gesellschaft diesen abstellen. Mit Rücksicht auf das laufende Missbrauchsverfahren nehmen wir keine Risikoeinstufung vor.

 

Risiken aus markt- und branchenspezifischen Rahmenbedingungen

Markt- und branchenspezifische Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich unseren Geschäftserfolg. Daher verfolgen wir aufmerksam die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen. Die Nachfrage nach Logistikleistungen und die damit verbundenen Umsätze sind im Jahr 2013 trotz eines volatilen Umfeldes gestiegen. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass sich die Konjunktur in einzelnen Wirtschaftsregionen eintrübt und die Transportmengen stocken oder sinken. Allerdings würde dies nicht in allen Geschäftsfeldern die Nachfrage nach unseren Leistungen sinken lassen. So ist im Paketbereich auch ein gegenläufiger Effekt möglich, da Verbraucher häufiger online einkaufen. Ebenso können Unternehmen gezwungen sein, ihre Kosten zu senken und daher ihre Transportleistungen auszulagern. Konjunkturell bedingte Risiken können sich in Größe und Zeitpunkt unterschiedlich auf unsere Unternehmensbereiche auswirken, was den Gesamteffekt mindert. Seine Bedeutung bewerten wir damit bestenfalls als mittel. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu flexibilisieren und auf eine veränderte Nachfrage des Marktes schnell reagieren zu können.

Deutsche Post und DHL stehen im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Die Entwicklung unseres Kundenbestands sowie die Höhe von Preisen und Margen auf unseren Märkten kann hierdurch signifikant beeinflusst werden. Wesentliche Erfolgsfaktoren im Brief- und Logistikgeschäft sind Qualität, Kundenvertrauen sowie wettbewerbsfähige Preise. Dank unserer hohen Qualität und der in den letzten Jahren erzielten Einsparungen sehen wir uns in der Lage, im Wettbewerb zu bestehen und mögliche Auswirkungen gering zu halten.

 

Risiken aus der Informationstechnologie

Die Sicherheit unserer Informationssysteme hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Ziel ist es, die IT-Systeme konstant zu betreiben sowie unberechtigte Zugriffe auf unsere System- und Datenbestände zu vermeiden. Dafür hat das „Information Security Committee“ als Unterausschuss („subcommittee“) des IT-Boards Standards, Verfahren und Richtlinien entwickelt, die der internationalen Norm ISO 27001 für das Management von Informationssicherheit entsprechen. IT-Risiken werden zudem kontinuierlich von Konzernrisikomanagement, IT-Revision, Datenschutz und Konzernsicherheit überwacht und bewertet. Damit unsere Prozesse stets reibungslos funktionieren, müssen die dafür benötigten IT-Systeme dauerhaft verfügbar sein. Dies stellen wir dadurch sicher, dass wir die Systeme so gestalten, dass Komplettausfälle in der Regel vermieden werden. Neben ausgelagerten Rechenzentren betreiben wir zwei zentrale Rechenzentren in Tschechien und Malaysia. Dadurch sind die Systeme geografisch getrennt und können lokal repliziert werden.

Wir beschränken den Zugang zu unseren Systemen und Daten. Zugriff haben die Mitarbeiter nur auf solche Daten, die sie für die ihnen übertragenen Aufgaben benötigen. Die Systeme und Daten werden regelmäßig gesichert, kritische Daten werden zudem in den Rechenzentren repliziert.

Unsere gesamte Software wird regelmäßig aktualisiert, um mögliche Fehler zu beheben, Sicherheitslücken zu schließen und die Funktionalität zu erweitern. Risiken, die aus einer veralteten Software oder aus Software-Upgrades herrühren können, begegnen wir mit „Patch Management“ – einem definierten Prozess zur Aktualisierung von Software.

Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen schätzen wir die Wahrscheinlichkeit eines signifikanten und folgenschweren Vorfalls im IT-Bereich als sehr unwahrscheinlich ein, sodass das Risiko eine insgesamt niedrige Bedeutung hat.

Für die Produkte der E-POST, allen voran den E-Postbrief, sind Sicherheit und Datenschutz ein Leistungsversprechen. Im Jahr 2013 wurde die entsprechende Plattform nach IT-Grundschutz durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erneut zertifiziert. Zudem wurde sie erneut von der TÜV Informationstechnik GmbH gemäß den Kriterien der Trusted Site Privacy erneut dafür zertifiziert, rechtskonform zu sein und Datenschutzvorgaben einzuhalten.

 

Risiken aus internen Prozessen

Logistische Dienstleistungen sind zum größten Teil ein Massengeschäft und erfordern eine komplexe betriebliche Infrastruktur mit hohen Qualitätsstandards. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit kontinuierlich zu gewährleisten, heißt, die Abläufe reibungslos zu organisieren sowie technisch und personell abzusichern. Schwächen in einem der Bereiche Einlieferung, Sortierung, Transport, Lagerung oder Zustellung könnten die Wettbewerbsfähigkeit empfindlich beeinträchtigen. So passen wir Abläufe bei Bedarf den aktuellen Gegebenheiten an. Gleichzeitig wollen wir Unterbrechungen oder Störungen unserer betrieblichen Abläufe durch vorbeugende Maßnahmen vermeiden. Sollte es doch zu Störungen kommen, treten Notfallpläne in Kraft, die deren Folgen minimieren. Einige Risiken aus Betriebsunterbrechungen werden auch durch Versicherung abgeschwächt.

Zudem verbessern wir mithilfe der First-Choice-Methodik unsere Abläufe kontinuierlich und richten sie noch stärker an den Anforderungen der Kunden aus. Sofern dies mit Investitionen verbunden ist, entscheidet der Gesamtvorstand über Beträge von mehr als 25 MIO €. Über Investitionen von mehr als 10 MIO € entscheiden Ausschüsse des Gesamtvorstands, im Bereich Corporate Center/Anderes gilt dies bereits ab 5 MIO €. Die Vorstände werden über Investitionen regelmäßig informiert und können so wesentliche Risiken früh erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Als Dienstleistungsunternehmen betreiben wir keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinne, sodass in diesem Bereich über keine wesentlichen Risiken zu berichten ist.

Da unser operatives Geschäft dezentral organisiert ist und Notfallpläne bestehen, wurde zu internen Prozessen kein für den Konzern wesentliches Risiko aus Betriebsunterbrechung berichtet.

 

Risiken aus dem Umweltmanagement

Das konzernweite Risikomanagement erstreckt sich auch auf umweltpolitische Rahmenbedingungen. Derzeit sind keine Umweltrisiken bekannt, die sich wesentlich auf den Konzern auswirken können.

 

Risiken aus dem Personalbereich

Es sind unsere Mitarbeiter, die durch ihre Motivation und Qualifikation die Kunden überzeugen und damit unseren langfristigen Erfolg prägen. Im Zuge des demografischen Wandels und des verschärften Wettbewerbs um qualifizierte Fach- und Führungskräfte nimmt die Zahl potenzieller Nachwuchskräfte ab, besonders in unserem Kernmarkt Deutschland. Deshalb besteht grundsätzlich das Risiko, geeignete Mitarbeiter nicht in ausreichender Zahl zu gewinnen und an uns zu binden. Mit verschiedenen Maßnahmen wollen wir dieses Risiko verringern. So legen wir großen Wert auf ein motivierendes Arbeitsumfeld sowie adäquate Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Alters- und Sozialstrukturen der Erwerbsbevölkerung verändern sich in vielen Ländern spürbar. Um die daraus entstehenden Alterungs- und Kapazitätsrisiken angemessen zu erfassen und dagegen vorzugehen, haben wir mit dem „Strategic Workforce Management“ ein Analyse- und Planungsinstrument entwickelt, das auf Fakten beruhende, strategisch fundierte Antworten liefert. Speziell auf die demografischen Bedingungen in Deutschland zielt der von der Deutsche Post AG mit den Gewerkschaften vereinbarte Generationenvertrag. Damit gewährleisten wir die Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiter und verbessern zugleich die Beschäftigungsmöglichkeiten junger Menschen.

Nach Einschätzungen von Vereinten Nationen und Weltwirtschaftsforum besteht das Risiko, dass chronische beziehungsweise nicht übertragbare Erkrankungen weltweit erheblich zunehmen. Diesem Risiko begegnen wir mit einem Gesundheitsmanagement, das wir kontinuierlich weiterentwickeln.

 

Finanzwirtschaftliche Risiken

Als global tätiger Konzern ist Deutsche Post DHL zwangsläufig finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Im Wesentlichen sind dies Risiken aus der Schwankung von Währungskursen, Zinssätzen oder Rohstoffpreisen. Mithilfe operativer und finanzwirtschaftlicher Maßnahmen wird versucht, die Volatilität von Finanzkennzahlen aufgrund finanzieller Risiken zu reduzieren.

Währungsrisiken können aus gebuchten oder zukünftig geplanten Fremdwährungstransaktionen resultieren. Wesentliche Währungsrisiken aus geplanten Transaktionen werden über 24 Monate rollierend als Nettoposition quantifiziert. Hoch korrelierte Währungen werden in Blöcken zusammengefasst. Die ermittelten Risiken werden über 24 Monate durchschnittlich bis zu 50 % über Derivate abgesichert. Die wichtigsten geplanten Nettoüberschüsse bestehen auf Konzernebene im Britischen Pfund, Japanischen Yen und Koreanischen Won, während die Tschechische Krone die einzige Währung mit einem wesentlichen Nettobedarf ist. Durch die Verrechnung des Nettobedarfs im US-Dollar mit Überschüssen in anderen hoch korrelierten Währungen ist das Nettorisiko im US-Dollar-Block auf Konzernebene nahezu ausgeglichen und wird daher nicht aktiv gesteuert. Der durchschnittliche Sicherungsgrad für das Jahr 2014 lag zum Bilanzstichtag bei rund 48 %. Das wesentliche Risiko für die Ertragslage des Konzerns wäre eine generelle Aufwertung des Euro. Derzeit bewerten wir die Bedeutung der Einzelrisiken aus den Entwicklungen der jeweiligen Währungen als niedrig, die der Kategorie Währungsrisiken in Summe als mittel.

Die wesentliche Steuerungsgröße für das Liquiditätsmanagement sind die zentral verfügbaren Liquiditätsreserven, die 2 MRD € nicht unterschreiten sollen. Zum Bilanzstichtag verfügt Deutsche Post DHL über zentrale Liquiditätsreserven von 4,6 MRD €, die sich aus zentralen Geldanlagen von 2,6 MRD € und der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 2 MRD € zusammensetzen. Die Liquidität des Konzerns ist daher kurz- und mittelfristig gesichert. Darüber hinaus hat der Konzern aufgrund seines im Branchenvergleich guten Ratings ungehinderten Zugang zum Kapitalmarkt und ist in der Lage, den langfristigen Kapitalbedarf sicherzustellen. Die Nettofinanzverschuldung des Konzerns beläuft sich per Ende 2013 auf lediglich 1,5 MRD €. Unter Berücksichtigung bestehender Zinssicherungsgeschäfte beträgt der Anteil der variabel verzinslichen Verbindlichkeiten an den langfristigen Finanzschulden in Höhe von 4,6 MRD € circa 36 %. Derzeit bewerten wir die Bedeutung von Liquiditäts- und Zinsrisiken als niedrig.

Für Deutsche Post DHL als Logistikkonzern resultieren die wesentlichen Rohstoffpreisrisiken aus der Veränderung von Treibstoffpreisen (Kerosin, Diesel und Schiffsdiesel). Diese Risiken werden in den DHL-Divisionen weitgehend über operative Maßnahmen (Treibstoffzuschläge) an die Kunden weitergegeben. Lediglich für den Bereich BRIEF gibt es nennenswerte Sicherungsgeschäfte für den Einkauf von Diesel. Derzeit bewerten wir die Bedeutung von Rohstoffpreisrisiken als niedrig.

Weitere Informationen zur Finanzlage und Finanzstrategie des Konzerns sowie zum Management von Finanzrisiken finden sich im Wirtschaftsbericht und im Anhang.

 

Risiken aus anhängigen Rechtsverfahren

Am 5. November 2012 hat das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen die Deutsche Post wegen des Verdachts missbräuchlichen Verhaltens bei Verträgen über die Briefbeförderung mit Großkunden eingeleitet. Die Behörde hat aufgrund von Eingaben von Wettbewerbern der Deutsche Post AG und Kundenbefragungen den Verdacht, dass die Gesellschaft gegen Vorgaben des deutschen und europäischen Kartellrechts verstoßen hat. Diese Auffassung teilt die Deutsche Post AG nicht. Sollte die Behörde den Verdacht jedoch bestätigt sehen, kann sie gegenüber der Deutsche Post AG bestimmte Unterlassungen anordnen oder auch Bußgelder verhängen.

In dem am 12. September 2007 eröffneten förmlichen Beihilfeverfahren hat die EU-Kommission am 25. Januar 2012 ihre Entscheidung getroffen. Die EU-Kommission hat darin festgestellt, dass die Deutsche Post AG für die in den Jahren 1989 bis 2007 erbrachten Universaldienstleistungen nicht durch staatliche Mittel überkompensiert wurde. Auch die vom Bund übernommenen Bürgschaften für Altverbindlichkeiten hat sie nicht beanstandet. Dagegen hat sie bei der Finanzierung der Beamtenpensionen teilweise eine rechtswidrige Beihilfe festgestellt. Die Berücksichtigung von Pensionslasten bei den behördlichen Preisgenehmigungen der Bundesnetzagentur habe dazu geführt, dass der Deutsche Post AG ein Vorteil entstanden sei, der von ihr an die Bundesrepublik Deutschland zurückzuzahlen sei; zudem sei sicherzustellen, dass auch künftig kein beihilferechtlich relevanter Vorteil mehr entstehe. Die exakte Summe des zurückzuzahlenden Betrags müsse noch von der Bundesrepublik berechnet werden. In einer Pressemitteilung hatte die EU-Kommission einen Betrag von 500 MIO € bis 1 MRD € genannt. Die Deutsche Post AG ist der Auffassung, dass die Beihilfeentscheidung der EU-Kommission vom 25. Januar 2012 rechtswidrig ist, und hat dagegen Klage beim Europäischen Gericht in Luxemburg erhoben. Die Bundesrepublik Deutschland hat ebenfalls Klage eingereicht.

Um die Beihilfeentscheidung umzusetzen, hat die Bundesregierung die Deutsche Post AG am 29. Mai 2012 aufgefordert, 298 MIO € einschließlich Zinsen zu zahlen. Die Deutsche Post AG hat den Betrag am 1. Juni 2012 an einen Treuhänder bezahlt und gegen den Rückforderungsbescheid Klage vor dem Verwaltungsgericht erhoben. Diese Klage ist allerdings bis zum Abschluss des Verfahrens vor dem Europäischen Gericht ruhend gestellt worden. Am 2. Januar 2013 sowie am 2. Januar 2014 hat sie weitere Zahlungen in Höhe von 19,4 MIO € bzw. 15,6 MIO € an den Treuhänder geleistet. Die geleisteten Zahlungen wurden in der Bilanz in den langfristigen Vermögenswerten erfasst, die Ertragslage blieb davon unberührt. Die EU-Kommission hat die Berechnung der Beihilferückforderung nicht abschließend akzeptiert. Am 17. Dezember hat sie Klage gegen die Bundesrepublik beim Europäischen Gerichtshof erhoben, um eine höhere Rückzahlungsforderung zu erwirken.

Obwohl die Beihilfeentscheidung nach Auffassung von Deutsche Post AG und Bundesregierung rechtswidrig ist, kann dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Deutsche Post AG abschließend zu einer gegebenenfalls höheren Zahlung verpflichtet wird und es zu einer Belastung des Ergebnisses kommt.

Nähere Informationen zu dem Beihilfeprüfverfahren sowie zu weiteren Rechtsverfahren finden Sie im Anhang.

Seit dem 1. Juli 2010 sind infolge einer Neufassung der einschlägigen Steuerbefreiungsvorschrift nur noch bestimmte Universaldienstleistungen in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit, die nicht auf der Grundlage individuell ausgehandelter Vereinbarungen oder zu Sonderkonditionen (Rabatte etc.) erbracht werden. Diese Gesetzesänderung entspricht nach Ansicht der Deutsche Post AG nicht vollständig den zu beachtenden Vorgaben des europäischen Gemeinschaftsrechts. Aufgrund der mit der neuen gesetzlichen Regelung entstandenen Rechtsunsicherheit bemüht sich die Deutsche Post AG um eine notwendige Klärung einzelner Fachfragen mit den Finanzbehörden. Obwohl die Deutsche Post AG die erforderlichen Maßnahmen weitgehend umsetzt, werden unterschiedliche Rechtsansichten zwischen der Deutsche Post AG und der Finanzverwaltung gerichtlich geklärt.

Mit Rücksicht auf die angekündigten Rechtsverfahren nehmen wir keine Risikoeinstufung vor.

 

Risiken aus der Unternehmensstrategie

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren sein Geschäft in den stark wachsenden Regionen und Märkten der Welt gut positioniert. Zudem wurden effiziente Strukturen in allen Bereichen geschaffen, um Kapazitäten und Kosten flexibel an die Nachfrage anzupassen – Voraussetzungen für einen nachhaltig profitablen Geschäftserfolg. Bei der strategischen Ausrichtung konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen im Brief- und Logistikgeschäft mit den Schwerpunkten organisches Wachstum und Vereinfachung unserer Prozesse zum Vorteil der Kunden. Im angegebenen Betrachtungszeitraum sind Risiken aus der aktuellen Unternehmensstrategie, die sich auf einen längerfristigen Zeitraum erstreckt, von niedriger Bedeutung für den Konzern. Darüber hinaus bestehen in den Unternehmensbereichen folgende Besonderheiten:

Im Unternehmensbereich BRIEF stellen wir uns den Herausforderungen des Strukturwandels vom physischen zum digitalen Geschäft. Wir begegnen den Risiken aus einer sich ändernden Nachfrage mit einem erweiterten Leistungsangebot. Durch den boomenden Internethandel erwarten wir, dass das Paketgeschäft in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird. Daher bauen wir unser Paketnetzwerk aus. Darüber hinaus erweitern wir unser Angebot in der elektronischen Kommunikation, sichern die Qualitätsführerschaft und flexibilisieren, wo möglich, die Transport- und Zustellkosten. Wir beobachten die Marktentwicklung sehr genau und berücksichtigen sie bei der Ergebnisplanung. Für den angegebenen Prognosezeitraum sehen wir daraus keine wesentlichen negativen Abweichungspotenziale.

Im Unternehmensbereich EXPRESS hängt der künftige Erfolg vor allem von allgemeinen Faktoren wie Wettbewerbs-, Kosten- und Verkehrsmengenentwicklung ab. Nachdem wir in den vergangenen Jahren unser Geschäft erfolgreich umgebaut und Kostenstrukturen erheblich verbessert haben, wollen wir im internationalen Geschäft weiter wachsen. Wir erwarten, dass die Sendungsmengen zunehmen. Basierend auf diesen Annahmen investieren wir in unser Netzwerk, den Service, unsere Mitarbeiter und die Marke DHL. Vor dem Hintergrund der vergangenen Entwicklung und allgemeiner Prognosen sehen wir für den Unternehmensbereich EXPRESS keine über die im Abschnitt „Risiken aus markt- und branchenspezifischen Rahmenbedingungen“ hinausgehenden wesentlichen strategischen Risiken.

Da wir im Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT Transportleistungen nicht selbst erbringen, sondern bei Fluggesellschaften, Reedereien und Frachtführern einkaufen, tragen wir im ungünstigen Fall das Risiko, Preiserhöhungen teilweise nicht an Kunden weitergeben zu können. Wie hoch das Risiko ist, hängt im Wesentlichen davon ab, wie sich Angebot, Nachfrage und Preise von Transportleistungen entwickeln, sowie von der Dauer unserer Verträge. Umfassende Kenntnisse beim Makeln von Transportleistungen helfen uns, das Risiko zu minimieren, sodass dessen Bedeutung als niedrig bewertet wird.

Im Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN versorgen wir Kunden verschiedener Branchen mit Lösungen entlang der Logistikkette. Unser Erfolg hängt stark von der Geschäftsentwicklung der Kunden ab. Da wir weltweit den Kunden ein breit gefächertes Angebot in verschiedenen Branchen bieten, können wir unser Risikoportfolio diversifizieren und so entstehenden Risiken entgegenwirken. Unser künftiger Erfolg hängt zudem davon ab, inwieweit es uns gelingt, das bestehende Geschäft kontinuierlich zu verbessern und in unseren wichtigsten Märkten und Kundensegmenten zu wachsen.

Für den Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN sehen wir keine über die im Abschnitt „Risiken aus markt- und branchenspezifischen Rahmenbedingungen“ hinausgehenden wesentlichen strategischen Risiken.

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